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Kalzium, Phosphor und Vitamin D3
Für den Knochenaufbau ist es
notwendig, dass Kalzium und Phosphor mit der Nahrung aufgenommen werden. Damit das Kalzium in eine für das Tier verwertbare Form umgewandelt wird muss Vitamin D3
vorhanden sein, ansonsten wird das mit der Nahrung aufgenommene Mineral wieder ausgeschieden.
Vitamin D3 kann das Tier zum Teil selber erzeugen,
der Rest wird über die Nahrung in Form von Vorstufen von Vitamin D3 aufgenommen.
Diese werden unter dem Einfluss von UVB Strahlung
in Leber und Niere in das benötigte Vitamin D3 umgewandelt.
Wenn in der Wachstumsphase nicht genügend Kalzium eingelagert werden kann, entwickelt sich bei
dem Tier eine Rachitis, bei Schildkröten erkennbar an Lethargie, einem weichen Panzer und
geschwollenen Gliedmaßen. Bei ausgewachsenen Tieren kommt es bei einem Kalzium- Phosphor- und
UV-Licht-Mangel zu einem Entzug von Kalzium aus den intakten Knochen, wodurch diese spröde werden.
Man nennt diese Erkrankung Osteomalazie.
Wichtig ist das richtige Verhältnis von Kalzium, Phosphor und Vitamin D3. Am besten erzielt man
es durch eine abwechslungsreiche Ernährung und die Einwirkung von Sonnenlicht. Beim Futter
muss man auf das richtige Kalzium:Phosphor Verhältnis achten, es sollte bei 1-3:1 liegen, das
entspricht dann etwa dem richtigen Verhältnis dieser Mineralien im Knochen. Das Sonnenlicht
muss man durch entsprechende Beleuchtung versuchen nachzubilden, wenn die Tiere nicht im Teich
gehalten werden. Die benötigte Lichintensität erreicht
man am besten mit HQL- oder HQI-Strahlern, oder mit Mischlichtreflektoren. Diese Lampen geben
alle auch einen geringen Anteil an UVB-Strahlung ab. Für eine intensive UV-Bestrahlung ist
die Osram Vitalux 300W geeignet, an die die Tiere aber langsam gewöhnt werden müssen und
die auch höchstens 20 Minuten täglich angewendet werden darf. Ausreichende Wärme ist ebenfalls ein wichtiger
Faktor, wenn die Schildkröte ihre "Betriebstemperatur" nicht erreicht funktioniert auch der Stoffwechsel
nicht.
Vorsicht bei der Gabe von Vitamin- und Mineralpräparaten:
Man kann das Vitamin D3 auch
über spezielle Vitaminpräparate verabreichen. Das Problem besteht dann darin, das richtige
Verhältnis aller beteiligten Faktoren zu treffen. Ein Überschuss an Vitamin D3 hat die gleichen
fatalen Folgen wie ein Mangel. Präparate, die gleichzeitig Kalzium und Vitamin D3 enthalten müssen ebenfalls
vorsichtig dosiert werden. Ein Vitamin D3 Überschuss bei gleichzeitigem Kalziumüberschuss führt dazu,
das Kalzium nicht nur in den Knochen, sondern auch in Organen und Gefäßen eingelagert wird. Wenn man
Kalzium über spezielle Präparate zufüttert ohne dass Vitamin D3 ausreichend vorhanden ist, wird das Mineral
in Form einer Kalzium-Phosphor-Verbindung wieder ausgeschieden, d.h. dem Körper wird Phosphor entzogen, was
ebenso schädlich ist wie ein Kalziummangel.
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